Alle wichtigen Informationen zum Alleinverdienerabsetzbetrag (kurz AVAB) in Österreich, die Berechnung der Höhe, der Anspruch und mögliche Ausnahmen finden Sie hier!

Arbeitet in der Familie nur eine Person, dann ist das Geld in vielen Fällen knapp. Allerdings ist dies häufig nicht anders möglich, da beispielsweise ein Elternteil für die Erziehung der gemeinsamen Kinder zuhause bleiben muss. In diesem Fall soll der so genannte Alleinverdienerabsetzbetrag (auch als AVAB bezeichnet) die Familie entlasten. Dies wird durch Einsparungen bei der Steuer möglich. Was es dazu alles zu wissen und zu beachten gilt, soll im Folgenden gezeigt werden.

Wie soeben erwähnt, ist der Alleinverdienerabsetzbetrag dafür gedacht, Familien mit nur einem berufstätigen Elternteil zu entlasten. Darin wird somit auch ein Mittel gesehen, dem demographischen Wandel entgegen zu wirken. Die rechtliche Grundlage bildet der § 33 Abs. 4 Z 1des Einkommenssteuergesetzes. Jedoch muss die Familie einige Voraussetzungen erfüllen, damit diese Steuerentlastung tatsächlich geltend gemacht werden kann.

Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB) für Familien mit Kinder
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Der Anspruch auf den AVAB besteht nur dann, wenn die alleinverdienende Person mindestens ein Kind hat. Des Weiteren muss eine Ehe oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft vorgewiesen werden. Diese muss bereits seit sechs Monaten oder länger bestehen. Eine Lebensgemeinschaft reicht ebenfalls aus, wenn sie sich über diesen Zeitraum erstreckt hat. Sie lässt sich allerdings schwerer nachweisen. Eine eingetragene Ehe oder Lebenspartnerschaft sind somit die besseren Möglichkeiten, den Anspruch zu erfüllen.

Diese Regelung findet sich wieder in dem § 106 Abs. 3 EstG. Es wird außerdem festgelegt, dass es sich dabei um eine beständige Beziehung handeln muss. Die Partner dürfen somit nicht in einer so genannten “On- Off-Beziehung“ leben. Kurzzeitige Trennungen werden den Anspruch zwar nicht erlöschen lassen, bei dauerhaften kann dies jedoch durchaus der Fall sein. Der nichtarbeitende Partner darf außerdem nur ein beschränktes Einkommen pro Jahr haben. Dieses darf nicht höher als 6000 Euro ausfallen. Es werden alle Einkunftsarten einbezogen, um den Gesamtbetrag zu berechnen.

Die Erfüllung der Voraussetzungen ist somit meist nur in der klassischen Konstellation gegeben. In dieser bleibt ein Elternteil bei dem Kind zuhause und kümmert sich um die Erziehung. Im klassischen Fall ist dies die Mutter. Sind die Eltern verheiratet und leben seit Jahren ohne Trennung, stehen die Chancen sehr gut, dass der Anspruch auf AVAB besteht. In diesem Fall dürfe die Ehefrau zwar nebenher einer Arbeit nachgehen, wie erwähnt darf diese pro Jahr jedoch nicht mehr als 6000 Euro an Einkünften generieren.

Die Unselbstständige Arbeit und der Alleinverdienerabsetzbetrag

Die meisten Personen sind Arbeitnehmer und befinden sich somit in einem Angestelltenverhältnis. Die Frage, wie sich dies auf den AVAB auswirkt, ist somit durchaus berechtigt. Die Einkünfte werden in dem § 25 EstG behandelt. Der Bruttobetrag ist demnach um die Werbungskosten, die Sozialversicherungsbeiträge, die Pendlerpauschale, und die Beiträge für freiwillige Mitgliedschaften gemindert. Von diesem neuen Betrag können anschließend noch die Zuschläge abgezogen werden. Diese können beispielsweise für Übersunden oder für Gefahren bei der Arbeit angefallen sein.

Die Steuerfreien Einkünfte spielen bei der Berechnung allerdings keine Rolle. So können Unterhaltszahlungen, Familienbeihilfe oder das Arbeitslosengeld ebenso wenig, wie das Kinderbetreuungsgeld oder die Notstandshilfe geltend gemacht werden.

Das Wochengeld: eine wichtige Ausnahme

Wie bereits der Überschrift zu entnehmen ist, stellt das Wochengeld eine wichtige Ausnahme im Rahmen des Alleinverdienerabsetzbetrages dar. Denn dieses wird angerechnet.

Die Geltendmachung des Anspruchs

Der Anspruch auf den AVAB kann nur von einer natürlichen Person geltend gemacht werden, es muss sich dabei nicht um den Alleinverdiener persönlich handeln. Allerdings ist dies meist der Fall. Der absetzbare Betrag steht, wenn die besprochenen Voraussetzungen erfüllt werden, der Person mit dem höheren Einkommen zu. Da die zweite Person nicht mehr als 6000 Euro pro Jahr verdienen darf, ist die Entscheidung meist recht einfach, wer der beiden Partner den Anspruch nutzen wird. Es kann jedoch der Sonderfall eintreten, dass beide Partner genau gleich viel verdienen. In diesem Fall muss demjenigen der Fortritt gewährleistet werden, der den Haushalt führt.

Besonders entscheidend ist natürlich, wie viel durch den des Alleinverdienerabsetzbetrag tatsächlich gespart werden kann. Schließlich soll sich der Aufwand der Geltendmachung auch finanziell auszahlen. Hier lässt sich recht einfach sagen, dass je mehr Kinder vorhanden sind, desto höher fällt der Betrag aus. Bei einem Kind können jedes Jahr 494,00 Euro gespart werden. Bei zwei Kindern steigt der Betrag auf 669,00 Euro an. Mit drei Kindern ergibt sich ein AVAB von 889,00 Euro. Sind weitere Kinder vorhanden, steigt der Alleinverdienerabsetzbetrag um 220 Euro pro Kopf an.

Die konkrete Antragstellung

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und sich die Partner den AVAB auch nutzen möchten, dann können sie den entsprechenden Antrag dafür stellen. Wenn es sich um eine nichtselbstständige Arbeit handelt, dann wird der AVAB bereits berücksichtigt. Dies geschieht im Zuge der Lohnverrechnung. Das ist immer dann der Fall, wenn der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer das Formular E30 ausgefüllt haben. Denn in diesem wird das Vorliegen der Anspruchsvorraussetzungen erklärt.

Wenn hingegen eine selbstständige Arbeit ausgeführt wird, ist dieser Weg der Beantragung selbstverständlich nicht möglich. Was eine selbstständige Arbeit eigentlich ist, erläutert der § 22 EstG. In diesem Fall wird der Anspruch einfach im Rahmen der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht. Wenn der Antragsteller allerdings über ein sehr geringes Einkommen verfügt, dann kann es passieren, dass es zu einer so genannten Negativsteuer kommt. Besonders dann lohnt sich die Einkommenssteuererklärung.

Wichtiger Unterschied: der Alleinverdienerabsetzbetrag und der Alleinerzieherabsetzbetrag. Nicht selten herrscht Verwirrung bei der Abgrenzung dieser beiden Ausdrücke.

Bei dem Alleinerzieherabsetzbetrag treten ganz ähnliche Regelungen in Kraft, allerdings braucht es dabei kein (Ehe-)Paar. Denn durch diesen Betrag sollen die Alleinerziehenden unterstützt werden. Das leibliche Kind muss dafür mindestens sechs Monate nur bei einem Elternteil leben. Die Beträge sind allerdings sehr ähnlich. Es ist nicht möglich, beide Ansprüche durchzusetzen.

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Steuern sparen als Alleinverdiener

Wenn die Familie auf ein einziges Einkommen angewiesen ist, sind finanzielle Schwierigkeiten meist nicht weit. In vielen Fällen ist es allerdings kaum möglich, dass beide (Ehe-)Partner einer Arbeit nachgehen. Schließlich fällt neben dem Haushalt auch die Erziehung der Kinder an. Eine große Anzahl der Familien in Österreich steht deshalb auch heute noch vor einem gewaltigen Problem. Denn wenn die Kinder selbst erzogen werden sollen, dann muss nicht selten auf ein Einkommen verzichtete werden. Dies spiegelt sich im demographischen Wandel derart wieder, dass die Geburtenzahlen stagnieren oder sogar zurückgehen.

Der Bund versucht mir dem Alleinverdienerabsetzbetrag die (Ehe-)Partner zu unterstützen, indem bestimme Beträge von der Steuer abgesetzt werden können. Verankert wurde dies im Einkommenssteuergesetz in dem § 33 Abs. 4 Z 1. Allerdings erfüllt nicht jede Familie die geforderten Voraussetzungen. Auf diese und die Beantragung soll im Folgenden eingegangen werden.

Kurz vorweggenommen soll noch erklärt werden, dass das Folgende größtenteils auch für die Alleinerziehenden gilt. Dann muss allerdings der Alleinerzieherabsetzbetrag geltend gemacht werden.

Anspruch auf den AVAB

Die (Ehe-)Partner müssen einige Voraussetzungen erfüllen, damit sie einen Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag geltend machen können. Zum einen muss mindestens ein Kind vorhanden sein. Je mehr Kinder das (Ehe-)Paar hat, desto höher fällt der Betrag aus. Der Bund hat dafür eine Staffelung eingerichtet.

Die Partner müssen zwar nicht verheiratete sein, allerdings muss es sich um eine feste Lebenspartnerschaft handeln. Die eigetragene Lebenspartnerschaft ist der Ehe außerdem gleichgestellt. Wenn kein solches Bündnis vorliegt, muss es sich zumindest um eine ernste Beziehung handeln. Das Paar muss nachweisen, dass es seit mindestens sechs Monaten zusammen ist und auch aktuell keine Trennung vorliegt. Auch die Ehe oder die eigetragene Lebenspartnerschaft muss mindestens über diesen Zeitraum hinweg bestehen.

Der Partner darf außerdem nicht mehr als 6000 Euro pro Jahr verdienen. Dies betrifft meistens die Ehefrau, wenn diese sich entscheidet zuhause zu bleiben, um sich um die Erziehung der Kinder zu kümmern. Es werden für die Berechnung allerdings sämtliche Einkünfte des Partners berücksichtigt. Übersteigt der Betrag diese Grenze, dann besteht der Anspruch nicht.

Höhe und Berechnung des Alleinverdienerabsetzbetrag

Es handelt sich bei dem Alleinverdienerabsetzbetrag um einen Betrag, der steuerlich absetzbar ist. Je mehr Kinder vorhanden sind, desto mehr kann somit von der Steuer abgesetzt werden. Die (Ehe-)Partner erhalten somit kein monatliches Geld für ihre Kinder, sondern müssen sich dieses aktiv im Rahmen der Steuer zurück holen.

Die Geltendmachung des Anspruchs empfinden die meisten Paare als eine eher lästige Angelegenheit. Dennoch sollte sie auf sich genommen werden, da sich dadurch ein finanzieller Vorteil ergibt. Besonders wenn das Paar mehrere Kinder hat. Denn wenn nur ein Kind vorhanden ist, dann liegt der Betrag bei 494 Euro im Jahr. Bei zwei Kindern können hingegen bereits 669 Euro geltend gemacht werden. Leben drei Kinder im Haushalt, dann beträgt der AVAB bereits 889 Euro. Für jedes weitere Kind werden 220 Euro zusätzlich gewährt.

So berechnen Sie Ihren Alleinverdienerabsetzbetrag online:

  1. Geben Sie Ihr Brutto-Einkommen ein.
  2. Wählen Sie Ihre Beitragsgruppe aus (Angestellter oder Arbeiter).
  3. Wählen Sie den Zeitraum der Berechnung.
  4. Wählen Sie den Alleinverdienerabsetzbetrag aus.
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Wie kann der Anspruch geltend gemacht werden?

Der Anspruch wird meistens von derjenigen Person geltend gemacht, welcher der Anspruch zusteht. Das ist somit der Partner, der über das höhere Einkommen verfügt. Das muss jedoch nicht zwangsläufig so sein. Die Geltendmachung ist durch beide Partner möglich. Zustehen wird dieser Anspruch allerdings nur einer der beiden Personen, die doppelte Nutzung ist schließlich nicht möglich. Es kann sich auch der Fall ergeben, dass beide Partner genau das gleiche Gehalt vorweisen können. Dann wird danach entschieden, welcher Partner der “haushaltsführende“ ist. Diesem wird der Anspruch dann zugeschrieben.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Wenn der Antrag gestellt wird, dann muss zunächst unterschieden werden, wie das Geld verdient wird. Im Wesentlichen bieten sich die Möglichkeiten der selbstständigen und der unselbstständigen Arbeit. Wenn der Antragsteller einer selbstständigen Tätigkeit nachgeht, dann muss sie Stellung des Antrages ebenso selbstständig erfolgen. Das bedeutet, dass der AVAB im Rahmen der Einkommenssteuererklärung angeführt wird. Liegt hingegen eine nicht selbstständige Arbeit vor, dann wird der Antrag zusammen mit dem Arbeitgeber durchgeführt. Dazu muss sowohl dieser, als auch der Arbeitnehmer ein Formular ausfüllen und unterschreiben. Dieses trägt den Namen E30 und stellt sicher, dass der Arbeitnehmer die Voraussetzungen für den AVAB auch tatsächliche erfüllt.

Lohnsteuertabelle 2018

Anhand der Lohnsteuertabelle 2018 finden Sie die Höhe Ihres Grenzsteuersatzes für Ihr monatliches Brutto-Einkommen heraus.

Einkommen * Grenzsteuersatz
1.066,00 € 0 %
1.516,00 € 25 %
2.599,33 € 35 %
5.016,00 € 42 %
7.516,00 € 48 %
83.349,33 € 50 %
mehr 55 %

* monatliches Einkommen ohne SV-Beiträge und Freibeträge